2 : 2! SpVg. Porz kassiert nach großartigem Kampf in der 98. Min noch den Fortuna-Ausgleich!

Kizil und Rabhi besorgen frühe 2:0-Führung – Punktgewinn ist nach Konkurrenz-Pleiten Gold wert – Am Ende flogen die Fäuste und die Polizei rückte an – Nächsten Sonntag beim 1. FC Düren

In einem hochemotionalen Derby zwischen der SpVg Porz und der Fortuna-U23 hieß es nach knapp 100 Minuten am Ende 2:2 (2:1)-Unentschieden. Während die Wendt-Elf einen wichtigen Zähler im Abstiegskampf sammelte, überschatteten hässliche Szenen nach dem Abpfiff das sportliche Geschehen im Autohaus-Schmitz-Sportpark.

Vor knapp 200 Zuschauern legte die SpVg. Porz los wie die Feuerwehr. Metin Kizil besorgte per Foulelfmeter die frühe Führung (15.), ehe Abderrahman Rabhi nur wenig später auf 2:0 erhöhte (24.). Wer dachte, die Messe sei damit gelesen, sah sich getäuscht: Praktisch im Gegenzug markierte Luke Eismann den Anschlusstreffer für die Fortuna (25.).

„Dieser Punkt kann am Ende Gold wert sein. Er ist mehr als verdient, und wenn man ehrlich ist, hätten wir aufgrund der Spielanteile eigentlich als Sieger vom Platz gehen müssen“, bilanzierte Porz-Trainer Jonas Wendt nach der Partie. Tatsächlich verpassten es die Hausherren im zweiten Durchgang, den Sack zuzumachen.

Durch das 2:2-Remis bleibt es bei der positiven Porzer Serie, dass man gegen die Fortuna in der Mittelrheinliga noch nie ein Match verloren hat.

Fortuna-Teammanager Stefan Kleefisch sah eine Leistungssteigerung seiner Elf: „Im zweiten Durchgang haben wir die Partie bestimmt. Besonders bitter war die Szene in der 52. Minute, als Amadou Camara uns den sicheren Ausgleich raubte, indem er den Ball auf der Torlinie unnötigerweise noch berührte und so eine Abseitsposition herbeiführte.“

In einer dramatischen Nachspielzeit war es Joker Precious Spittmann, der in der 98. Minute doch noch den Ausgleich für die Südstädter erzielte. Trotz des späten Schocks überwiegt bei Jonas Wendt das Positive mit Blick auf die Tabelle: „Auch wenn drei Punkte uns ein noch größeres Polster verschafft hätten, sind sieben Punkte Vorsprung und das bessere Torverhältnis ein Pfund, das Düren in den letzten acht Spielen erst mal aufholen muss.“

Mit dem Resultat letztendlich zufrieden zeigte sich auch FC-Legende und SpVg-Ehrenmitglied Wolfgang Weber (hier mit SpVg-Fan Dragan Balog): „Ich freue mich über den Punktgewinn für die Jungs, auch wenn wir die drei Zähler schon vor Augen hatten. Zum Glück hat ja die Konkurrenz unter uns gepatzt. Jonas macht das schon und ich bin sicher, das wir die Klasse halten werden“, waren erfreuliche Worte des ehemaligen Nationalspielers, der in Porz das Fußballspielen erlernte und der Mannschaft für die restlichen Spiele alle Daumen drückt.

Getrübt wurde die Freude durch die Verletzung von Porz‘ Torjäger. „Metin Kizil hat sich verletzt, und wir befürchten einen Faserriss in der Wade. Er wird uns ein paar Tage fehlen und ist eigentlich nicht zu ersetzen“, so Wendt. Nach dem Schlusspfiff von dem sehr gut leitenden Schiedsrichter Jakob Ferner eskalierte die Situation auf dem Platz völlig. Es kam zu körperlichen Auseinandersetzungen, die sogar einen Polizeieinsatz nach sich zogen.

Stefan Kleefisch schilderte die Szenen aus Sicht der Gäste: „Was sich nach dem Abpfiff abspielte, überschattet das Sportliche jedoch massiv: Zuschauer attackierten unsere Spieler mit Faustschlägen, was auch im Schiedsrichterbericht vermerkt wurde. Der Vorsitzende von Porz rief die Polizei, und es wurde Strafanzeige wegen Körperverletzung erstattet.“ Zudem sah Fortunas Jamal Issifou sowie Porz-Co-Trainer Tugay Düzelten nach dem Abpfiff die Rote Karte wegen einer Beleidigung.

Jonas Wendt distanzierte sich umgehend von den Vorfällen: „Was nach dem späten Ausgleich in der 98. Minute von der gegnerischen Bank kam, war aus meiner Sicht drüber. Deren Trainer meinte, sich vor unserer Bank aufbauen zu müssen, und auch der Torwart rannte quer über den Platz, um zu provozieren. Ich habe mich von den darauffolgenden Eskalationen sofort distanziert, meinen Sohn geschnappt und bin in die Kabine gegangen. Hitzige 90 Minuten gehören dazu, aber Gewalt hat dort nichts verloren. Ich verurteile jede Form von Handgreiflichkeit auf dem Platz zutiefst.“

(Mit Dank und freundlicher Genehmigung von Andreas Santner/FuPa.net zum Teil übernommen)

Liga Update:

Die SpVg. Porz (21 Pkt.) darf sich am 23. Spieltag als kleiner Gewinner im Abstiegskeller fühlen. Der Punktgewinn hat den Vorsprung auf Aufsteiger SF Düren (14) auf 7 Punkte anwachsen lassen, wobei die Wendt-Elf auch noch die bessere Tordifferenz aufweist. Für Teutonia Weiden (12) und den FC Pesch (8) rückt der Abstieg immer näher.

An der Tabellenspitze lässt der SV Bergisch Gladbach 09 (54) weiter nichts anbrennen. Der Siegburger SV (49) und Regionalliga-Absteiger Eintracht Hohkeppel (48) müssen in den restlichen 7 Matches weiter auf Ausrutscher der Gladbacher hoffen.

 Jonas Wendt (Trainer SpVg. Porz): Wenn du in der 99. Minute den Ausgleichstreffer kassierst, bist du natürlich sehr enttäuscht. Vor allem weil die Mannschaft heute hier einen erbitterten großartigen Kampf geliefert hat und nicht für ihre Arbeit belohnt wurde. Da die Konkurrenz heute auch wieder gepatzt hat, können wir den Punkt klar auf der Gewinnerseite verbuchen.

Wir waren heute insgesamt die etwas bessere Mannschaft und haben nach der starken Partie in Hohkeppel in der letzten Woche, erneut eine starkes Gesicht gezeigt. Was da am Schluss am Spielfeldrand passierte, ist ein absolutes NoGo. Das hat mit Fußball nichts zu tun. Handgreiflichkeiten und Gewalt haben auf dem Platz nichts, aber auch gar nichts verloren.“    

Wir trauern um Aleks Stojanovic

Unfassbar! Aleks Stojanovic ist tot. Der sympathische ehemalige Redaktionsmitarbeiter des Fussballticker und Spieler des GSV Prometheus Porz kam bei einem Unglücksfall plötzlich ums Leben. Er wurde nur 41 Jahre alt und hinterläßt eine Ehefrau mit zwei kleinen Kindern (1 und 2 Jahre). Ein Spendenaufruf wurde gestartet.

Hier der Link: https://porzer-fussballticker.de/unfassbar-aleks-stojanovic-stirbt-mit-41-jahren/

Abpfiff nach 24 Jahren: Der Porzer Fußballticker verabschiedet sich in den Ruhestand

Liebe Fußballfreunde,

mit dem Ende der laufenden Saison 2025/2026 wird der Porzer Fußballticker seine legendäre Pressearbeit einstellen. Nach fast einem Vierteljahrhundert – insgesamt 24 ereignisreichen Jahren – legen wir die Tastatur beiseite und verabschieden uns von der digitalen Seitenlinie.

Doch wir ziehen nicht von heute auf morgen den Stecker! Um diesen Meilenstein gebührend zu feiern und uns von jedem Platz angemessen zu verabschieden, startet ab sofort unsere offizielle Abschieds-Tournee.

Bis zum finalen Saisonende am 7. Juni 2026 werden wir die Porzer Sportplätze noch einmal mit besonderer Intensität besuchen. Wir wollen die verbleibenden Monate nutzen, um die Atmosphäre aufzusaugen, alte Weggefährten zu treffen und die Geschichten schreiben, die unseren Lokalfußball so einzigartig machen.

In den nächsten Wochen werden wir auch unser großes Archiv noch einmal durchforsten, alles ein wenig Revue passieren lassen und ein wenig in Erinnerungen schwelgen. Dazu veröffentlichen wir jeden Freitag bis zum Schluss noch einige Sonderausgaben. Begleitet uns auf dieser letzten Reise durch die Stadien unseres Stadtbezirks.

Mit den besten Wünschen